Unsere Schule geht uns alle an

25.09.2026

Hinschauen

Hinschauen. Verantwortung übernehmen. Nicht einfach weitergehen.

Unsere Schule ist ein Ort, den wir jeden Tag gemeinsam nutzen. Hier lernen wir, arbeiten zusammen, verbringen Pausen, treffen Freundinnen und Freunde und verbringen einen großen Teil unseres Tages.

Doch genau dieser gemeinsame Raum macht uns zunehmend Sorgen.

Es geht dabei nicht nur um die aktuellen Schmierereien und Graffitis, über die inzwischen auch in der Presse berichtet wurde. Es geht um eine grundlegendere Frage:

Wie gehen wir eigentlich mit unserer Schule um – und mit dem, was uns allen gehört?

Immer häufiger erleben wir Situationen, in denen Schäden, Verschmutzungen oder respektloses Verhalten einfach hingenommen werden.

Vielleicht kennt ihr solche Situationen:

  • In der Pausenhalle kippt ein Kaffee um. Niemand fühlt sich verantwortlich. Alle steigen darüber hinweg.
  • Ein Taschentuch wird benutzt. Statt es in den Mülleimer zu werfen, bleibt es eben in der Cafeteria liegen.
  • Im Selbstlernzentrum ist gerade wenig los. Also wird aus Langeweile die Sitzbank bemalt.
  • Eine Lehrkraft vertraut der Klasse und lässt sie in der Pause allein im Klassenraum. Dieses Vertrauen wird ausgenutzt – ein Tisch wird angekokelt oder beschmiert.
  • An Wände, Säulen oder in der Toilette und Umkleide werden beleidigende Sprüche an die Wand geschrieben oder verschmutzte Hände einfach daran abgewischt.
  • Die Toilette wird nicht getroffen. Statt die Verschmutzung zu beseitigen oder zu melden, geht man einfach wieder.
  • Ein Stuhl wird aus dem Nachbarraum geholt. Dass er anschließend wieder zurückgestellt werden sollte, interessiert niemanden – auch wenn er sich deutlich von den Stühlen im eigenen Raum unterscheidet.

Jede einzelne dieser Situationen mag klein erscheinen. Zusammen verändern sie aber unsere Schule.

Und genau hier beginnt Verantwortung.

Es kann nicht die Aufgabe der Reinigungskräfte sein, hinter allen herzuräumen. Es kann nicht die Aufgabe der Hausmeister sein, jede Beschädigung zu reparieren. Und es kann auch nicht selbstverständlich sein, dass andere die Hinterlassenschaften beseitigen, die wir selbst verursacht oder beobachtet haben.

Wegschauen ist auch eine Entscheidung

Besonders beschäftigt uns dabei nicht nur, dass Dinge beschädigt oder verschmutzt werden, sondern auch, dass andere danebenstehen und nichts tun.

Wer sieht, wie jemand einen Tisch beschmiert, und einfach weitergeht, verhindert die Beschädigung nicht.

Wer an einem umgekippten Getränk vorbeiläuft, obwohl dadurch jemand ausrutschen könnte, überlässt das Problem anderen.

Wer eine Verschmutzung bemerkt und denkt „Das wird schon jemand wegmachen“, gibt Verantwortung ab.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, andere anzuschwärzen. Es geht um Zivilcourage und um die Bereitschaft, Verantwortung für den gemeinsamen Lebensraum zu übernehmen.

Auch die aktuellen Schmierereien gehören dazu

In den vergangenen Wochen kam es an unserer Schule und auch an anderen Gifhorner Schulen zu Schmierereien und Sachbeschädigungen. Teilweise hatten diese einen politischen oder religiösen Hintergrund. Die Polizei hat hierzu Ermittlungen aufgenommen.

Die Braunschweiger Zeitung berichtet über politische Schmierereien an drei Gifhorner Schulen.

Eine politische Meinung zu haben und diese zu vertreten, gehört zu einer demokratischen Gesellschaft. Sachbeschädigung, Bedrohungen, Beleidigungen oder menschenverachtende und diskriminierende Botschaften sind davon jedoch nicht gedeckt.

Die Polizei hat uns hierzu bereits informiert. Einen ausführlichen Informationsbrief der Jugendpräventionsbeauftragten der Polizei, Liane Jäger, haben die Klassenlehrkräfte an alle Klassen weitergegeben. Er steht außerdem [hier als PDF zum Download bereit].

Unsere Schule ist unser gemeinsamer Lebensraum

Wir können nicht jede Beschädigung verhindern. Aber wir können beeinflussen, wie wir miteinander umgehen und wie wir mit dem umgehen, was uns allen gehört.

Deshalb wünschen wir uns von allen Mitgliedern unserer Schulgemeinschaft:

Seht hin. Sprecht an. Meldet Schäden. Räumt euren eigenen Müll weg. Geht sorgfältig mit unserer Ausstattung um. Und nutzt das Vertrauen, das euch entgegengebracht wird, nicht aus.

Denn Schule ist nicht einfach ein Gebäude, in dem Unterricht stattfindet.

Sie ist unser gemeinsamer Lebensraum. Und wie dieser aussieht und wie wir uns darin fühlen, hängt auch von jeder und jedem Einzelnen von uns ab.

Ein kleiner Schritt macht einen Unterschied

  • Ein umgekipptes Getränk aufwischen.

  • Ein Taschentuch in den Mülleimer werfen.

  • Eine Beschädigung melden.

  • Eine Wand sauber lassen.

  • Einen Tisch nicht beschmieren.

  • Jemanden darauf aufmerksam machen, wenn eine Grenze überschritten wird.

Das sind Kleinigkeiten.

Aber genau aus diesen Kleinigkeiten entsteht eine Schule, in der wir gerne lernen und arbeiten.