Post aus dem Kultusministerium

23.08.2026

MK

Liebe junge Menschen, 

ich hoffe, ihr konntet die Sommerferien genießen und startet mit neuer Energie in das neue Schuljahr. Vor euch liegen viele spannende Monate – vielleicht mit neuen Fächern, neuen Mitschülerinnen und Mitschülern oder mit dem Endspurt Richtung Abschluss. Ich wünsche euch für die kommenden Monate viel Erfolg, interessante Erfahrungen und vor allem Freude am Lernen. Zum Start des neuen Schuljahres möchte ich euch wie gewohnt einen Einblick geben, woran wir in der Bildungspolitik gerade arbeiten und was sich an euren Schulen verändert. 

Ein wichtiges Thema ist der neue Haushalt des Landes Niedersachsen. Darin legen wir fest, wofür das Land in den kommenden Jahren Geld ausgibt. Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren fast 1.800 zusätzliche Lehrkräfte einzustellen. Seit 2022 ist es uns gelungen, 5.600 zusätzliche Lehrkräftestellen zu schaffen. Hätte ich das zu Beginn der Amtszeit angekündigt, hätte mir das vermutlich niemand geglaubt. Das hat geklappt, weil wir eine große finanzielle, aber auch organisatorische Kraftanstrengung leisten. Außerdem sollen in den nächsten beiden Jahren 200 Stellen für Schulsozialarbeit, 200 zusätzliche Stellen für pädagogische Mitarbeitende in sonderpädagogischer Funktion an den allgemeinbildenden Schulen sowie 84 Stellen für Multiprofessionalität an den berufsbildenden Schulen entstehen. Nie zuvor haben wir mehr Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeitende an unseren Schulen beschäftigt. Trotz dieser Neueinstellungen ist die Situation nicht an allen Schulen gut. Wir haben derzeit sehr viele Schülerinnen und Schüler und deshalb auch einen großen Bedarf an Personal. Zudem ist in einigen ländlichen Regionen und bestimmten Schulformen die Personalgewinnung sehr schwierig. Das bleibt eine Herausforderung. Deshalb werden wir weiter daran arbeiten, die Unterrichtsversorgung Schritt für Schritt zu verbessern. 

Mir ist es wichtig, dass Schule ein Ort ist, an dem sich alle sicher und respektiert fühlen. Deshalb haben wir im Niedersächsischen Schulgesetz jetzt festgeschrieben, dass Schülerinnen und Schüler das Recht auf einen diskriminierungsfreien Schulbesuch haben. Niemand darf wegen der eigenen Herkunft, Hautfarbe, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, einer Behinderung, des Alters oder wegen des Glaubens benachteiligt werden. Wenn ihr Diskriminierung erfahrt, bleibt damit nicht allein. Sprecht mit eurer Schülervertretung, einer Lehrkraft, einer Vertrauenslehrkraft oder den Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern an eurer Schule. Wenn ihr lieber mit jemandem außerhalb eurer Schule sprechen wollt, könnt ihr euch an die Antidiskriminierungsstellen wenden. 

Das sind unabhängige Stellen, die ihr kontaktieren könnt, wenn ihr selbst Diskriminierung erlebt oder davon Kenntnis erlangt habt und Unterstützung braucht. In jedem der vier Regionalen Landesämter für Schule und Bildung gibt es unabhängige Ansprechpersonen. Die Kontaktdaten findet ihr hier: https://t1p.de/y5cuh. Über diese Seite könnt ihr auch Kontakt mit der Anlaufstelle für Opfer und Fragen von sexuellem Missbrauch aufnehmen. Wenn ihr (körperliche) Grenzüberschreitungen oder sexuelle Übergriffe beobachtet oder selbst erlebt habt, könnt ihr euch an diese Stelle wenden. Der Landesschülerrat hat kürzlich darauf hingewiesen, dass viele von euch diese Stelle nicht kennen und deshalb nicht wissen, an wen sie sich in solchen Fällen wenden können. Daher ist es mir ein Anliegen, euch diese Informationen hiermit weiterzugeben. 

Diejenigen unter euch, die an einer berufsbildenden Schule sind, möchte ich auf die anstehenden Wahlen für die Jugendauszubildendenvertretung (JAV) hinweisen. Die JAV ist ein wichtiges Gremium, das eure Interessen als Jugendliche und Auszubildende im Betrieb vertritt. Informationen zu euren Mitbestimmungsrechten, Unterstützung bei der Wahl einer JAV und bei der Arbeit als Jugend- und Auszubildendenvertreterin oder -vertreter erhaltet ihr bei der für eure Branche zuständigen Gewerkschaft. Die Wahlen finden vom 01. Oktober bis zum 30. November 2026 statt. Nutzt die Möglichkeit, euch einzubringen – denn Mitbestimmung lebt davon, dass Menschen ihre Stimme nutzen. 

Wie gute Bildung heute gelingen kann, darüber spreche ich regelmäßig in meinem Video-Podcast. Zum Auftakt der neuen Staffel stand das Thema „Deepfakes, digitale Gewalt und Medienkompetenz – Wie Schulen Kinder und Jugendliche stärken können“ im Zentrum. Zu Gast war die Kulturwissenschaftlerin und Sexualpädagogin Madita Oeming. Sie ist Expertin für digitale Gewalt und bietet bundesweit Fortbildungen für Fach- und Lehrkräfte an: https://youtu.be/abKC7a1HDnQ?si=3BeLMAeUID0PwJsy. Pünktlich zum Beginn dieses Schuljahres erscheint nun die neueste Folge: Gemeinsam mit Björn Nölte (Gründungsmitglied des Instituts für zeitgemäße Prüfungskultur e. V.) spreche ich darüber, wie es in Zeiten künstlicher Intelligenz moderne Prüfungsformate geben kann: https://youtu.be/Gg15fcvfd4o. Die beiden Folgen sind auch auf den klassischen Podcast-Plattformen veröffentlicht. 

Ich wünsche euch allen ein gutes neues Schuljahr! 

Herzliche Grüße 

Julia Willie Hamburg