Tag 4 - Demokratiewoche

Demokratiewoche 4. Tag

Intensive Auseinandersetzung mit Geschichte, politischer Bildung und aktueller Verantwortung

Am vierten Tag unserer Demokratiewoche stand die intensive Auseinandersetzung mit Geschichte, politischer Bildung und aktueller Verantwortung im Mittelpunkt. In verschiedenen Workshops und Veranstaltungen setzten sich unsere Schülerinnen und Schüler engagiert mit der Bedeutung demokratischer Werte auseinander – sowohl aus historischer als auch aus gegenwärtiger Perspektive.

Im Workshop „Geschichte als Lehrmeister der Demokratie“ zeigte Referent Bernhard Schuhhose eindrucksvoll auf, welche Lehren aus historischen Entwicklungen für unsere heutige Demokratie gezogen werden können. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie demokratische Strukturen entstanden sind, welchen Gefahren sie ausgesetzt waren und sind und warum es wichtig ist, diese aktiv zu schützen. Unterstützt wurde der Workshop durch Beiträge der Polizei Gifhorn sowie des Staatsschutzes. Sie informierten über aktuelle Herausforderungen im Bereich Extremismusprävention und machten deutlich, wie wichtig Aufklärung, Zivilcourage und gesellschaftliches Engagement für eine stabile Demokratie sind. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen.

Ebenfalls Teil des Programms war der zweite Veranstaltungstag mit der Naturfreundejugend Braunschweig. Hier standen Mitbestimmung, gesellschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe junger Menschen im Vordergrund. In interaktiven Einheiten wurden Themen wie Verantwortung, Solidarität und aktives Einbringen in gesellschaftliche Prozesse behandelt. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, ihre eigenen Standpunkte zu reflektieren und sich aktiv für demokratische Werte einzusetzen.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch eines Jugendoffiziers aus Braunschweig. In einem offenen Dialog wurden Fragen zu Sicherheitspolitik, internationaler Verantwortung und den Aufgaben der Bundeswehr im demokratischen Staat diskutiert. Dabei wurde besonders deutlich, wie wichtig politische Bildung und eine informierte Meinungsbildung für junge Menschen sind.

Parallel dazu arbeiteten zahlreiche Schülerinnen und Schüler an einer „Wand für Courage“. Auf Plakaten, in Statements und kreativen Beiträgen setzten sie sichtbare Zeichen für Respekt, Vielfalt und ein friedliches Miteinander. Die gestaltete Wand wuchs im Laufe des Tages zu einem eindrucksvollen Symbol für Zivilcourage und demokratische Haltung innerhalb unserer Schulgemeinschaft.

In der Cafeteria informierte zudem die Schülervertretung an einem eigenen Stand über ihre Arbeit und aktuelle Projekte. Dort konnten sich Schülerinnen und Schüler über Mitwirkungsmöglichkeiten austauschen, Anregungen einbringen und mit Mitgliedern der SV ins Gespräch kommen. Der Stand bot eine niedrigschwellige Gelegenheit, demokratische Mitbestimmung ganz praktisch zu erleben.

Den Abschluss bildete die Vorführung des Films „The Zone of Interest“. Der Film zeigt das Leben der Familie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß, die unmittelbar neben dem Konzentrationslager lebt. Ohne direkte Gewaltdarstellungen macht der Film die erschreckende Normalität des Alltags in unmittelbarer Nähe zum Holocaust deutlich und regt zu einer intensiven Auseinandersetzung an.

In der anschließenden Nachbesprechung reflektierten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam über die Wirkung des Films. Diskutiert wurden unter anderem die Täterperspektive, die Bedeutung von Erinnerungskultur sowie die Frage, wie es möglich war, dass unfassbare Verbrechen im Schatten scheinbarer Normalität geschehen konnten. Dabei wurde deutlich: Demokratie lebt vom Erinnern, vom Hinschauen und vom aktiven Eintreten gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit.

Der vierte Tag der Demokratiewoche hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig historische Bildung, politische Aufklärung, aktive Mitbestimmung und offene Gespräche für eine lebendige Schulgemeinschaft sind. Unsere Schülerinnen und Schüler haben sich reflektiert, interessiert und engagiert eingebracht – ein starkes Zeichen für gelebte Demokratie an unserer Schule.