Post aus dem Kultusministerium

MK Hamburg

Liebe Jugendliche und junge Erwachsene, 

den Beginn des zweiten Schulhalbjahres möchte ich zum Anlass nehmen, um euch über aktuelle Themen aus der Bildungspolitik zu informieren. 

Zum Ende des ersten Schulhalbjahres wurden die aktuellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung veröffentlicht. Auch ihr kennt vermutlich Herausforderungen wie Unterrichtsausfall und Vertretungslehrkräfte aus eurem Alltag. Wir arbeiten daran, dass das besser wird. Die wichtigste Nachricht: Nie zuvor standen für die Schülerinnen und Schüler so viele Stunden von Lehrkräften zur Verfügung wie heute. Die Unterrichtsversorgung konnten wir dadurch trotz steigender Schülerzahlen und mehr Angeboten an den Schulen stabilisieren. Sie liegt in diesem Schuljahr bei 97,2 Prozent – also etwas höher als im letzten Jahr. 

Trotzdem gibt es weiter Herausforderungen: In den Städten ist die Unterrichtsversorgung zum Beispiel häufig besser als auf dem Land und auch zwischen den Schulformen gibt es deutliche Unterschiede. Auch der bundesweite Fachkräftemangel macht es zukünftig weiter schwierig. Umso erfreulicher ist es, dass die Zahl der Beschäftigten an den Schulen Höchststände erreicht. Insgesamt haben wir in dieser Legislaturperiode bereits zusätzliche 3.810 Stellen für Lehrkräfte auf den Weg gebracht. Das wirkt sich auch in den Berufsbildenden Schulen (BBS) positiv aus: Hier konnten im vergangenen Jahr 409 Lehrkräfte neu eingestellt werden, darunter 324 Theorielehrkräfte und 85 Lehrkräfte für die Fachpraxis. Damit konnten auch an den BBS mehr Lehrkräfte gewonnen werden als ausgeschieden sind. 

Schule besteht jedoch nicht nur aus Lehrkräften, sondern auch aus vielen weiteren Professionen, zum Beispiel Schulsozialarbeitenden und pädagogischen Mitarbeitenden. Sie helfen im Schulalltag und unterstützen euch in vielen Bereichen. Auch hier haben wir mehr Stellen geschaffen: Seit 2019 ist die Anzahl der Vollzeitstellen um 2.300 auf 5.900 gestiegen. Davon profitieren auch die Schülerinnen und Schüler der BBS: Sie erhalten weitere 48 unbefristete Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich schulischer Sozialarbeit, um damit insbesondere Sprachförderung und Integration weiter auszubauen. 

Wir haben zudem Maßnahmen umgesetzt, um die Schulqualität weiter zu verbessern: Dazu gehören das Pflichtfach Informatik ab Jahrgang 9 sowie die neue Lernzeit „Sichere Basis“ in der Grundschule, um Basisqualifikationen wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu stärken. Darüber hinaus führt der gezielte Ausbau von Inklusion, Ganztagsangeboten und Sprachförderung, der allen Schülerinnen und Schülern zugutekommt, zu mehr Qualität und benötigt auch zusätzliche Ressourcen. 

Um mehr Schulqualität geht es auch bei der Reform der gymnasialen Oberstufe, an der wir im Kultusministerium auch unter Beteiligung des LandesSchüler*innenRats sowie weiteren Verbänden und Interessenvertretungen derzeit arbeiten. Für alle, die sich für die Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe interessieren, haben wir ein FAQ erstellt. Dort könnt ihr euch einen Überblick über die wichtigsten Änderungen und den aktuellen Stand des Prozesses verschaffen: https://bildungsportal-niedersachsen.de/allgemeinbildung/faq-reform-deroberstufe

Unser Ziel ist es, Schule für alle Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen besser und gerechter zu machen – für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler genauso wie für diejenigen mit Unterstützungsbedarf. 

Ich wünsche euch einen guten Start ins zweite Schulhalbjahr!

Herzliche Grüße 

Julia Willie Hamburg