25 Jahre Courage - BBS 1 Gifhorn setzt starkes Zeichen gegen Rassismus
18.06.2026
- Landrat, Dezernentin und Schulleitung eröffnen Jubiläumsveranstaltung -
Am 18. Juni 2026 feierte die BBS 1 Gifhorn ein besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren trägt die Schule den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Was 2001 mit Unterstützung des Paten Cem Özdemir begann, ist heute fest im Schulalltag verankert und wird aktiv von der gesamten Schulgemeinschaft gelebt. Während die BBS 1 damals einer der ersten Schulen im Netzwerk war, sind heute 5000 Schulen in Deutschland aktiv.

25 Jahre Schülervertretung
Von links: Heike Strauch (Stellv. Schulleiterin), Philipp Raulfs (Landrat), Karen Wachendorf (ehemalige Lehrkraft, Kreistagsabgeordnete), Ute Spieler (Kreisrätin), Valeska Fuhrmann (aktuelle SV), Regina Ruge (Schulleiterin), Annette Due (Dezernentin), Leon Mert Oskay (aktuelle SV), Ahmet Elagöz (SV-Vertreter 2001), Nazli Özcan Akkaya (ehemalige SV-Vertreterin), Miriam Miglo (SV-Vertreterin 2001), Evin Al Alo (SV-Vertreterin 2018), Melanie Weigel (ehemalige SV-Beraterin), Uwe Otte (SV-Berater 2001), Cindy Wächter (ehemalige SV-Vertreterin), Michael Buschmann (ehemaliger SV-Vertreter), Luca Wächter (ehemaliger SV-Vertreter), Daniela Bauer (aktuelle SV-Beraterin)
Bereits im Vorfeld wurde die Bedeutung dieses Engagements deutlich. In einem „Podcast“ auf der schuleigenen Instagram-Seite @bbs1.gifhorn reflektierten Wegbegleiter:innen zentrale Fragen: Warum ist das Netzwerk wichtig? Wie zeigt sich eine Schule ohne Rassismus im Alltag? Die Beiträge machten deutlich, dass Vielfalt und gegenseitiger Respekt kontinuierlich gestärkt werden müssen. Abschließend formulierten die Beteiligten persönliche Statements, die vor allem den Wunsch nach mehr Offenheit und gegenseitigem Verständnis betonten.
Parallel dazu beteiligten sich zahlreiche Klassen an einer Kreativ-Challenge zur Gestaltung einer „Wand für Respekt und Toleranz“. So konnten auch Klassen, die am Veranstaltungstag keinen Unterricht hatten, ein sichtbares Zeichen setzen. Die Resonanz war beeindruckend: Zahlreiche Kartons wurden mit viel Kreativität und Engagement gestaltet.
Der Jubiläumstag bot ein vielfältiges Programm. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Landrat Philipp Raulfs, Dezernentin Annette Due und Schulleiterin Regina Ruge. In ihren Grußworten hoben sie die Bedeutung von Engagement und gesellschaftlicher Verantwortung hervor – insbesondere in Zeiten, in denen Diskriminierung wieder stärker sichtbar wird. Worte an die Schülerschaft wurden auch von Valeska Fuhrmann als eine der amtierenden Schülersprecher:innen gerichtet.
Landrat Philipp Raulfs betonte, dass der Titel „Schule ohne Rassismus“ kein abgeschlossener Zustand sei, sondern ein fortlaufender Auftrag: „Schule ohne Rassismus bedeutet, Haltung zu zeigen – jeden Tag und in jeder Situation.“ Schulen kämen dabei eine zentrale Rolle zu, junge Menschen für demokratische Werte zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, aktiv gegen Ausgrenzung einzutreten.
Schulleiterin Regina Ruge machte deutlich, dass Zivilcourage oft im Kleinen beginne: „Courage bedeutet, den Mut zu haben, für andere einzustehen und die eigenen Werte auch dann zu vertreten, wenn es unbequem wird.“ Als Beispiel nannte sie die zahlreichen Projekte, Aktionstage und Workshops, die von Lernenden mitgestaltet oder eigenständig initiiert werden – ebenso wie die Organisation der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum.
Dezernentin Annette Due hob in ihrem Redebeitrag insbesondere das langjährige Engagement der Schülervertretung hervor.
Auch die Schülersprecherin stellte das Wort „Haltung“ in den Mittelpunkt ihrer Rede.
Von links: Philipp Raulfs (Landrat), Annette Due (Dezernentin), Regina Ruge (Schulleiterin), Valeska Fuhrmann (aktuelle SV),
Im Anschluss diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus der Schulgemeinschaft im Multifunktionsraum die Frage: „Wie sieht gelebte Toleranz im Schulalltag aus?“ An der Gesprächsrunde beteiligten sich
Ute Spieler (Kreisrätin),
Uwe Otte (SV-Lehrer 2001 und Initiator der Bewerbung der BBS 1),
Evin Al Alo (SV-Schülerin 2001 und Initiatorin der erfolgreichen Messe der Kulturen),
Melanie Weigel (ehemalige SV-Lehrerin),
Cindy und Luca Wächter (ehemalige SV-Schüler),
Leon Mert Oskay (aktueller Schülersprecher)
Miriam Miglo, Ahmet Elagöz und Frank Nordmann (Schülersprecher, die damals die Initiative zum Titel hatten)

Von links: Luca Wächter (ehemaliger SV-Vertreter), Cindy Wächter (ehemalige SV-Vertreterin), Evin Al Alo (SV-Vertreterin 2018), Melanie Weigel (ehemalige SV-Beraterin), Uwe Otte (SV-Berater 2001), Leon Mert Oskay (aktuelle SV), Miriam Miglo (SV-Vertreterin 2001), Ahmet Elagöz (SV-Vertreter 2001), Frank Nordmann (SV-Vertreter 2001), Ute Spieler (Kreisrätin) und Moderatorin Nicoline Roheweder
Die unterschiedlichen Perspektiven machten deutlich, wie sich das Engagement über die Jahre entwickelt hat und welche Herausforderungen weiterhin bestehen. Durch ein Mentimeter konnten über 150 Schüler:innen sich aktiv an der Diskussion beteiligen.
Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Ibrahim Arslan, deutsch-türkischer Überlebender des Brandanschlags von Mölln und Aktivist des Vereins gegen das Vergessen. Seine persönlichen Einblicke unterstrichen die Bedeutung von Aufklärung, Prävention und Veränderungsbereitschaft. Ergänzt wurde sein Beitrag durch die vorherige Vorführung des Films „Der zweite Anschlag“.

Währenddessen wurde die „Wand für Respekt und Toleranz“ in der Cafeteria durch weitere Live-Beiträge von Klassen ergänzt. Beim anschließenden „Gallery Walk“ konnten die Ergebnisse durch Schüler:innen betrachtet und die schönsten/kreativsten ausgewählt werden. Die Vielfalt der Beiträge spiegelte die unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen der Schüler:innen wider. Den Abschluss bildete eine Preisverleihung für besonders gelungene Arbeiten.


Der Jubiläumstag machte deutlich: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist kein Titel auf Dauer, sondern ein täglicher Auftrag. Mit ihrem 25-jährigen Engagement setzt die BBS 1 Gifhorn ein klares Zeichen für Vielfalt, Respekt und ein offenes Miteinander – heute und in Zukunft.
Dank für die großartige Orga geht an Nicoline Rohweder (Teamleitung Demokratie und internationale Kontakte), Markus Hobbie (aktueller SV-Berater), Johanna Grießler (Teamleitung Politik) und Heike Strauch (Stellvertretende Schulleiterin).