Demokratiewoche 2026 – Tag 1:

09.02.2026

Demokratie

Auseinandersetzung mit Geschichte, Rassismus und demokratischer Verantwortung

Der erste Tag der Demokratiewoche stand ganz im Zeichen der intensiven Auseinandersetzung mit Rassismus, Geschichte und demokratischer Verantwortung. Im Mittelpunkt des Programms stand die Begegnung mit Ibrahim Arslan, Überlebender des rassistischen Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992. In eindrucksvollen Gesprächen und Arbeitsphasen berichtete er von seinen persönlichen Erfahrungen, sprach über Rassismus in Deutschland und dessen gesellschaftliche Folgen sowie über die Bedeutung von Erinnerung, Empathie und Zivilcourage. Seine Offenheit und Authentizität hinterließen bei den Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck und regten zu tiefgehender Reflexion an.

Ergänzt wurde der Tag durch eine Vielzahl thematisch unterschiedlicher Workshops. Jörg Prilop beleuchtete die Geschichte der Zwangsarbeiter im Landkreis Gifhorn und machte deutlich, wie eng die lokale Geschichte mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verknüpft ist. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung setzte sich mit dem Einfluss der Wehrpflicht auf Gesellschaft und Demokratie auseinander und eröffnete neue Perspektiven auf staatliche Verantwortung sowie individuelle Freiheit.

Die DGB Jugend führte ein Antirassismus-Training durch, das Raum für Austausch, Sensibilisierung und die Entwicklung konkreter Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung bot. Auch kreative Zugänge zur Demokratie fanden ihren Platz im Programm: Im Streetart-Workshop stand der Künstler Banksy im Fokus. Anhand ausgewählter Werke diskutierten die Schülerinnen und Schüler, wie Kunst gesellschaftliche Missstände sichtbar machen und demokratische Werte wie Meinungsfreiheit und Teilhabe stärken kann.

Darüber hinaus gaben die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Gifhorn Einblicke in die strukturelle Benachteiligung von Frauen. Themen wie die ungleiche Verteilung von Sorge- und Carearbeit sowie Fragen der Gleichberechtigung wurden intensiv diskutiert und in Gruppen vertieft.

Parallel dazu wurde der Escape Room „Auf Mikas Spuren“ in der Schule durchgeführt. Die Klasse PBFPF 2.1 konnte dabei das Rätsel um den Teenager Mika erfolgreich lösen und sich auf spielerische Weise mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen.

Der erste Tag der Demokratiewoche bot insgesamt vielfältige Impulse, vermittelte Wissen, regte zum Nachdenken an und machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig eine aktive, reflektierte und solidarische Demokratie ist.